“Ach du grüne Neune…..”
22. März 2009 von Andrea
In der Zeit zwischen Frühlingsanfang und Ostern ist es für mich ein Ritual – wenn möglich täglich – die Neunkräutersuppe zu genießen und mit ihr die Kraft der ersten Frühlingskräuter zu nutzen.
Frische Kräuter – Kerbel, Sauerampfer, Bärlauch, Petersilie, Brunnenkresse Dill, Koriander, Schnittlauch, Löwenzahm, Wegerich…. – sind in dieser Zeit eine Wohltat für Körper, Geist und Seele!
Für vier Personen dünste ich eine in kleine Stücke geschnittene Zwiebel in etwas Olivenöl glasig. Dann mit 1l Gemüsebrühe aufgießen, einmal kurz aufkochen lassen, danach noch ein Viertelstündchen auf kleiner Flamme durchziehen lassen. Inzwischen neun verschiedene Kräuter aus dem Garten, von der Wiese oder aus den Töpfen von der Fensterbank ernten, waschen und klein schneiden. Den Suppentopf von der Flamme nehmen und die Kräuter zufügen – jetzt nicht mehr kochen, damit die Vitamine erhalten bleiben. Nach einer Minute servieren, ev. mit einer der ersten Primelbüten aus dem Garten dekorieren – ich habe heute leider keine gefunden… ;-(
Neun Kräuter, weil die Neun – später auch die sieben – seit frühester Zeit für die rituelle Verwendung gebraucht wurden. Sehr alte Rezepte erkennt man an der Potenzierung der Neun: es wurden neun Kräuter zur neunten Stunde geerntet, diese neun Mal verrührt und mit neun Gebeten als Medizin eingenommen.
“Ach du grüne Neune!” – dieser Schreckensausruf war ehemals in vorchristlicher Zeit ein Segensspruch. Man wünschte sich die “grüne Neune” herbei. Diese war gleichbedeutend mit Fülle, Fruchtbarkeit und Kraft. Als dann im Laufe des späten Mittelalters die unbezähmbare Urkraft der Vegetation auch in Form seiner göttlichen Bedeutungen verdrängt wurde, wandelte sich der Segenspruch in einen Unglücksruf.
Mit meinem Rezept der Neunkräutersuppe möchte ich dazu beitragen, den Schreckensruf wieder in einen Segensspruch zu verwandeln und die Verbindung der Erde mit den uns innewohnenden Kräften zu stärken.
Mei, Andrea
!! Es ist einfach toll, was Du hier für Infos für uns hast. Danke und weiter so!!
Herzliche Grüße Marti
Danke für die Blumen, Marti….das tut gut!
Lecker … werde ich mal ausprobieren.
Übrigens wunderschönes Blog. Kompliment.
Sind die Fotos von dir?
LG brezelbuh
“Ach Du grüne Neune”, das finde ich eine sehr schöne Idee, ein Rezept mit interessantem historischem Hintergrundwissen. Haben Sie ein Spargelsuppenrezept, vielleicht ein besonderers?
Herzliche Grüße vom Leipziger Allerlei
An brezelbuh.blog.de: Schön, dass dir mein blog gefällt….das Kompliment kann ich zurückgeben
.....schöne Musik heute! ......ja, die Fotos sind von mir! LG Andrea
Hallo “Leipziger Allerlei”!
....bei Spargelsuppe bin ich eher puristisch….ich mag die klassische Version am liebsten. Aber sicher kann man eine “einfache” Spargelsuppe auch gut mit frischen Frühlingskräutern und -blüten aufpeppen, oder sie z.B. mit Streifen vom geräucherten Lachs, mit Hackbällchen oder momentan noch aktuell: mit viel Bärlauch! verfeinern.
Auch eine asiatische Variante schmeckt bestimmt gut – dafür habe ich hier: http://www.essen-und-trinken.de/rezept/53484/gruene-spargelsuppe.html ein “besonderes” Rezept gefunden…....und dann noch so nett beschrieben von einem sympathischen jungen Mann…..das ist ein Service, was?
Kulinarisch-inspirierende Grüße!
Andrea
Hast du schon Erfahrungen mit Dill gemacht. Soll ja wirklich viel Verwendung finden – auch in der Gesundheit und unter Heilmitteln. Ich verwende ihn hauptsächlich in der Küche, weil es wirklich ein leckeres Gewürz ist. Kann ich jedem nur zur verfeinerung empfehlen.
Dill verwende ich im Sommer hauptsächlich als essbare Dekoration, sieht sehr hübsch und filigran aus….außerdem nehme ich es zu Fischgerichten aller Art. Inspiriert durch deine Anfrage gibt es morgen Weißkohl in Dillsahne bei mir…..eines meiner Lieblingsrezepte!